Über mich

Einen Lebenslauf von Günter Wimme nach dem Motto "geboren - geschult - gedient" finden Sie hier.
Etwas ausführlicher plaudere ich nachfolgend aus dem Nähkästchen.
Das bin ich:



Wie komme ich zum Thema Hobby-Racing?
Ist doch lebensgefährlich, sorgen sich Eltern und Frau.
Aber Heizen auf der Landstraße ist noch gefährlicher. Rennstrecken sind sicher. Vergleichsweise.

Das erste Mal liegt ziemlich lang zurück. 1991 mit Speer in Calafat. Damals als Testredakteur bei MO, mit einer kreuzbraven Yamaha TDM 850. Auf ME 99-Serienreifen. Trotzdem war es großartig. Daß alle paar Runden ein gewisser Dirk Raudies mit seiner 125er innen durchwischte, störte mich nicht wirklich. Ich schwebte im Himmel.

Leider kommen Testredakteure nicht so oft auf die Piste wie Außenstehende denken. Die Landstraße ist unser täglich Brot. Ein paarmal Nürburgring-Nordschleife, Calafat, Brünn, Most, A1-Ring. Das war’s in fünf Jahren Stuttgart.

Dann kam der Wechsel zu SCOOTER & Sport. Ich wurde selbständig und gründete mit meinem Kollegen Reinhold Wagner Deutschlands größte Rollerzeitschrift. Gequält stöhnen Hobbyracer auf. Gemach, immerhin sind es motorisierte Zweiräder. Und keine "Bürgerkäfige".

Die Pistenhatz mußte ich mir fortan schenken. Ein blöder Sturz hätte die Existenz gekostet. Also weiterhin die Fränkische Schweiz unsicher machen mit meiner Lady, einer Ex-Dauertest Triumph Trident 900 mit über 100.000 km.

So hätte es weitergehen können. Doch dann stand sie auf der Intermot München 2002. Keine Rossi-Replica 990, sondern eine hochmoderne 600er. Japanische Kollegen raunten mir ins Ohr: vom gleichen Fahrwerksteam entwickelt. Ich bestellte sofort. Fünf Monate später wurde sie von meinem Freundlichen geliefert. Raus in die Fränkische.

Ein Traum? Von wegen! Zwar superpräzise zu fahren. Aber hart, unbequem, hochtourig. Und am schlimmsten: Selbst mit Knie am Boden war sie gelangweilt. Was schlaffst du hier ‘rum? Hast wohl gesoffen gestern? Gib’s mir endlich, peitsche mich aus. Forderte sie. Doch ich bangte um meinen Lappen. Und ums Überleben.

Der MV Agusta-Club rettete mich. Mit seinem Fahrertraining in Hockenheim. Ob ich als Instruktor mitmache? Lieber Utz, ich bin gerade so frustriert und schon ewig nicht mehr auf der Piste gewesen. Aber ich nehme gerne teil. Tja, und dort platzte der Knoten. Die 600er war endlich in ihrem Element. Die Sitzposition paßte, der Motor konnte frei drehen, die Kiste konnte endlich so schräg, wie sie wollte. Ich war angefixt.

Und buchte sofort das nächste Training. Beim Bimota-Club. Dessen Veranstaltungen hatte ich noch von meiner Testzeit her als genial in Erinnerung. So ist es bis heute. Familiär im Fahrerlager, fair auf der Strecke. Perfekt.

Natürlich löcherte ich als Journalist alle Leute im Fahrerlager. Wollte genau wissen, wie das die schnellen Jungs anstellen? Hanging-off zu fahren, ohne Wackler am Lenker? Bremsen, ohne daß die Gabel durchschlägt? Belastet ihr die innere oder äußere Fußraste? Oft erhielt ich gut gemeinte Hilfe. Aber selten genaue Auskünfte.



So ging ich den steinigen Weg. Und probierte selbst aus. Machte viel falsch. Mußte umlernen. Und sammelte Erfahrungen. Inzwischen als Instruktor: bei MV Agusta, bei Bimota, bei Two-Wheels.

Dabei stellte sich heraus, daß Teilnehmer von genauen Anleitungen enorm profitieren. Sie werden sicher und schnell. Während die Eier-zusammenpressen-und-Aus-dem-Bauch-heraus-Fahrer bald nicht mehr weiterkommen. Und es mit der Brechstange versuchen. Ich wäre ein schlechter Journalist, hätte ich hier nicht sofort Stoff für ein Buch gewittert.

Warum sich das Werk um ein gutes Jahr verzögerte, lag an einem übermotivierten Velberter. Der erschien erst am zweiten Tag in Zandvoort und wollte mit dem Kopf durch die Wand. Morgens um 11 stand er schon zweimal im Kies, zu spät gebremst. Kurz danach schoß er mich an der gleichen Stelle ab. Trotz auffälligem Instruktoren-T-Shirt über der Kombi.

Immerhin hatte er niemanden aus meiner Gruppe versenkt. Wie seine Krokodilstränen kullerten, als ich im Lalülala-Notarztwagen mit Verdacht auf Genickbruch ins Krankenhaus („Siechenhuis“) gebracht wurde. Am nächsten Tag stritt er übrigens alles ab. Ich hätte ihm den Weg versperrt. Mögen die Rennstrecken verschont bleiben von solch Ehrenmännern.

Bis ich wieder fit war, dauerte es ein paar Monate. Meine Zeitschrift war trotzdem pünktlich erschienen, jetzt konnte ich mich ans Buch machen. 2006 erschien es, und gilt seither als Standardwerk: "Motorrad-Renntrainings". Alles, was Hobbyracer wissen müssen.

 Klar bin ich stolz. Schließlich können tausende hochzufriedene Leser nicht irren. Auch die Presse jubelt. Reinlesen können sie hier ausführlich. Und bestellen hier, für läppische 25 Euro. So leicht und so günstig finden Sie nie wieder die fehlenden Sekunden auf dem Track.

Wer wissen will, was ich momentan mache, kann ja mal in meinen aktuellen News-Blog reinschauen. Netten Lesestoff gibt's gratis. Alle 2-3 Tage kommt was Neues dazu. Direktzugang zum Blog.

Wer mir eine e-mail schreiben will, bitte hier draufklicken: info (at) günter-wimme.de

Bis bald, auf einer der vielen Rennstrecken Europas!

Übrigens: Wer hier was über Scooter sucht, kommt bei scooterundsport.de richtig raus!

Ebenfalls mit aktuellem Blog.